Führung durch die Ausstellung "August und Elisabeth Macke"

Führung via Zoom durch die Ausstellung: „August und Elisabeth Macke“ Der Maler und seine Managerin

Am 23. Juni 2021 bot sich dreißig Kunstfreunden des Civilclubs die Möglichkeit, zusammen mit dem Kunsthistoriker des LWL Museums Münster, Herrn Schrör, die Ausstellung „August und Elisabeth Macke – der Maler und seine Managerin“ zu entdecken. Der Kunsführer beleuchtete die Rolle der Ehefrau des Künstlers einerseits als seine Muse, andererseits als seine Managerin. Macke porträtierte Elisabeth mehr als zweihundertmal. Anhand des Porträts „Frau des Künstlers mit Hut“ erläuterte der Kunsthistoriker, dass es Macke zunehmend darauf ankommt, nicht die Wirklichkeit fotografisch darzustellen, sondern Details zu vereinfachen, Farbelemente und Formen miteinander in Beziehung zu setzen und durch Kontrastierung weniger Grundfarben Wirkungen zu verstärken. Anhand der Skizzenbücher zeigte Schrör die Entwicklung von Ideen zu den späteren Gemälden auf. Der Expressionist Macke orientierte sich an Vorbildern der Kunstgeschichte wie an Matisse oder Delaunay. Er befand sich im Austausch mit Künstlern der Gruppe „Blauer Reiter“. Anders als die Kubisten splittet er nicht die Formen, sondern die Farben auf; die Farben entsprechen einander, leuchten und erzeugen ihre eigene Perspektive. Macke befreit schließlich die Farben vom Gegenstand, die Farben agieren miteinander. Elisabeth, kultiviert und gebildet, zeigte sich als verständige Beraterin des Malers, die in der Lage war, seine Arbeiten zu beurteilen. Nachdem August Macke bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Alter von 27 Jahren gefallen war, sorgte Elisabeth Macke für ein Werkverzeichnis. Ihr ist es zu verdanken, dass die Kunst von August Macke fortlebt.

Astrid Wesserling