Artensterben

Einen dramatischen Rückgang schilderte Dr. Britta Linnemann in ihrem Video-Vortrag am 29. Juni. Täglich sterben ca. 150 Arten aus – viele Menschen achten in ihrem Alltag kaum darauf, wie Vögel, Falter und Insekten dahinschwinden. An der Tankstelle mag es auffallen, dass man den Fliegenschwamm viel seltener braucht, um die Windschutzscheibe zu säubern. Welche Mengen von Insekten klebten doch früher am Auto! Unsere Supermarktregale aber wären schnell leer, wenn man alle Nahrungsmittel entfernte, die von Bestäubung abhängig sind. Ohne Bienen haben die Erdbeeren keine Chance. Wenn alles verschwindet, was da summt und brummt, hat dieser Verlust gewaltige Auswirkungen auf viele Zusammenhänge des Lebens und auch der Herstellung unserer Nahrungsmittel. Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft, Zerstörung von Wasserlebensräumen und naturferne Gärten sind nur einige der Faktoren, die dafür verantwortlich sind. Unsere Referentin beließ es nicht bei der Beschreibung bedrückender Entwicklungen, sondern stellte in beeindruckender Weise dar, wie viele Möglichkeiten es gibt, dem Artenschwund entgegenzuwirken – auch hier in unserer Region. Dr. Britta Linnemann leitet die Naturschutzstation Münsterland des NABU in Münster-Hiltrup, die sich für die Förderung der Biodiversität einsetzt – nicht nur durch Bildungsmaßnahmen, Forschung und Beratung, sondern auch durch eigene landwirtschaftliche Projekte. Besonders beeindruckend: Fünf naturnahe Auen mit offenen Wasserflächen und extensiver Ganzjahresbeweidung. Wir danken Frau Dr. Linnemann sehr herzlich für diesen ebenso informativen wie aufrüttelnden Vortrag. Zugleich die herzliche Einladung an alle Clubmitglieder, einmal die NABU-Naturschutzstation Münsterland zu besuchen und den dortigen Naturerlebnisraum (Münster-Hiltrup, Haus Heidhorn, Westfalenstr. 490). Es lohnt sich sehr! Johannes Krause-Isermann